Bestimmte Fertigkeiten werden im Wald viel schneller gelernt.

Grobmotorik: Selbständiges An- und Ausziehen beim „Toilettengang“, Alleine auf die „Toilette“ gehen, Zelte bauen, Klettern, springen, unebene Wege bezwingen, Balancieren, usw. Dabei wird Selbstbewusstsein gesteigert: „Jaaa, ich schaff das alleine!“

Teamfähigkeit: Die Kinder müssen oft Absprachen treffen, helfen sich gegenseitig z.B. beim Tragen eines langen Astes, oder beim Aufbau des Waldsofas.

Feinmotorik: Hand-Auge-Koordination wird gefördert, z. B beim Binden oder Verknoten. Beim Sammeln von Naturmaterialien (Blätter, Zapfen, Tannenzweige) üben die Kinder automatisch den Pinzettengriff und lernen den sensiblen Umgang mit der Natur.

Sinneswahrnehmung: Das Kind erschließt sich seine Umwelt, in dem es im wörtlichen Sinne die Dinge be - greift. Es lernt ganzheitlich. Beispiel: Ein Kind sieht einen Tannenzweig, es greift danach und hebt ihn auf, es fühlt wie stachelig er ist, und riecht den Duft des Zweiges. 

Phantasie und Kreativität: Im Wald, ohne vorgefertigtes Spielzeug, wird die Phantasie und Kreativität der Kinder massiv gefördert und  angeregt, weil sie alles, was der Wald bietet in ihr Spiel mit einbeziehen. Ein langer Ast kann zum Beispiel zu einem fliegendem Besen werden, ein Baumstamm zu einem Tisch usw.

 

Gruppengröße und Zusammensetzung der Gruppe.

Alle Kinder der Mäuse- und Bärengruppe gehen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen in den Wald.
Die Dauer der Waldtage beläuft sich auf drei Tage.

Inhaltliche Konzeption und der Ablauf eines Waldtages

Der Aufenthalt im Wald muss überschaubar sein. Es ist wichtig, ein Tagesprogramm mit einer Grundstruktur sowie einem übergeordnetem Thema aufzubauen.

Die Grundstruktur eines Waldtages ist an den Kinderalltag angelehnt. Es stellt einen Rahmen dar, in den verschiedene Aktivitäten eingefügt werden können, z.B. Loslaufen, gemeinsame Begrüßung, gemeinsames Essen, usw. Dann schaffen einige einleitende Sätze, eine kurze Geschichte oder ein Fingerspiel, einen inhaltlichen Bezug zu dem jeweiligen Thema.

Beispiel: Nach der gemeinsamen Begrüßung motiviert die Erzieherin die Kinder auf dem zum Waldsofa, nach Spinnennetzen zu suchen. Nach dem Frühstück schauen sich  dann die Kinder die Spinnennetze mit einer Lupe etwas näher an. Wie sieht ein Spinnennetz aus? Sieht man darauf eine Spinne? Nach einer gemeinsamen Erzählrunde, wird den Kindern durch Präsentationskarten Wissen über die Spinne vermittelt. Mit einem Lied, Fingerspiel oder einem Spiel wird der Waldtag  abgeschlossen.

Bei der Themenauswahl orientieren wir uns vor allem an den Jahreszeiten. Hier achten wir auf die Besonderheiten einer Jahreszeit, z.B. Veränderungen im Wald, Lebensart der Tiere z.B. Winterschlaf, Winterruhe usw.

Und so verläuft unser Waldtag:

  • Gemeinsames Loslaufen von der Kindertagesstätte
  • Ankommen am Naturerlebnisgelände
  • Gemeinsamer Begrüßungskreis
  • Händewaschen, Sitzkissen verteilen
  • Gemeinsames Frühstück auf den Sitzhölzern
  • Freispiel : am Natuerlebnisgelände, am Bach oder im Wald
  • Evtl. ein angeleitetes Angebot
  • Gemeinsames Aufräumen
  • Abschluss auf der Wiese
  • Zurücklaufen zur Kindertagesstätte

Es besteht die Möglichkeit, dass Eltern ihre Kinder zum Naturerlebnisgelände  bringen und sie dort auch abholen.